
Mit Warren Buffetts Rücktritt als Verwaltungsratschef bleiben seine jahrzehntealten Ratschläge zu Angst an den Märkten und zur Geduld der Anleger für den Führungswechsel bei Berkshire zentral.
Warren Buffett trat am 18. September als Verwaltungsratschef von Berkshire Hathaway zurück und beendete damit eine 56-jährige Amtszeit. Seine bleibende Anlagelektion lautet, sich nicht von der Stimmung der Masse mitreißen zu lassen: Bei großem Optimismus nicht überstürzt kaufen und sich Handlungsspielraum für fallende Kurse bewahren.
Buffett legte diesen Ansatz erstmals in seinem Aktionärsbrief von 1986 schriftlich dar. Angst und Gier kehrten unvorhersehbar wieder, sagte er. Anleger sollten deshalb nicht versuchen, den Zeitpunkt eines Stimmungsumschwungs an den Märkten vorherzusagen.
Entscheidend ist die Vorbereitung, nicht die Vorhersage eines Börsencrashs. Ein Liquiditätspuffer kann Anleger davor bewahren, Aktien für dringende Ausgaben verkaufen zu müssen. Ein Blick ins Portfolio kann zudem zeigen, ob eine lange Rally den Aktienanteil über den vom Anleger vorgesehenen Anlagemix hinausgetrieben hat.
Die Bilanz von Berkshire liefert ein eindrucksvolles Beispiel, ist aber keine Blaupause für die persönliche Finanzplanung. Die Bestände an Barmitteln und kurzfristigen US-Staatsanleihen erreichten Ende März 397,4 Milliarden Dollar. Bis zum 30. Juni sanken sie dann auf 365,5 Milliarden Dollar, weil das Unternehmen Aktien kaufte und eigene Aktien zurückkaufte.
Die Veränderung zeigt auch, dass die Lehre nicht einfach „Barmittel halten“ lautet. Nach 14 Quartalen in Folge als Nettoverkäufer von Aktien wechselte Berkshire im zweiten Quartal zu Nettokäufen. Buffetts Grundsatz lautet, auf angemessene Kurse zu warten – nicht, Investitionen für immer zu meiden.
Der Führungswechsel verleiht dem Rat eine weitere Bedeutung. Buffett bleibt Verwaltungsratsmitglied und Ehrenvorsitzender von Berkshire; sein Sohn Howard übernahm den Vorsitz des Verwaltungsrats, während Greg Abel weiterhin CEO ist. In seinem Schreiben zum Führungswechsel erklärte Buffett, Abel führe das Unternehmen und Howard werde dessen Kultur und Werte bewahren.
Für die Berkshire-Aktionäre wird sich als Nächstes zeigen, ob diese Struktur auch ohne Buffett bei den entscheidenden Weichenstellungen funktioniert. Das Unternehmen hält weiterhin mehr als 360 Milliarden Dollar an Barmitteln und kurzfristigen Anlagen. Das verschafft Abel erheblichen Spielraum, Unternehmen oder Wertpapiere zu kaufen, wenn er darin Wert erkennt.
Buffetts Abschied war also weniger eine neue Marktprognose als eine Erinnerung an die richtige Haltung: vorausschauend planen, Entscheidungen unter Zwang vermeiden und geduldig genug bleiben, um auf eine lohnende Gelegenheit zu warten.
Dieser Inhalt wurde mithilfe von KI-Technologien erstellt.
Quelle: Yahoo Finance
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